Hilfe
Unsere Motivation
Seit nunmehr 9 Jahren sind Praktikantinnen und Praktikanten ein wichtiger
Bestandteil unserer Firma. Die Entscheidung, verschiedensten Personen einen
Platz in unserem Unternehmen zu ermöglichen, hängt von verschiedenen
Faktoren ab. Ein ausschlaggebender Punkt ist, dass Praktikantinnen und
Praktikanten lernwillige und motivierte Menschen sind, welche einerseits
eine neue Sicht auf die Arbeitsabläufe mitbringen, andererseits diese auch
verbessern können. Wesentlich ist auch, dass wir jungen Personen einen
Einstieg ins Berufsleben ermöglichen wollen und sie auf dem Weg zu einer
vollwertigen Mitarbeiterin, beziehungsweise zu einem vollwertigen
Mitarbeiter begleiten wollen. Nicht zuletzt haben auch viele Personen aus
unserem Betrieb im Laufe ihrer Ausbildung ein Praktikum absolviert. Deshalb
wissen wir, was es heisst, ein Praktikant zu sein.
Dieses Praktikumskonzept dient den Praktikantinnen und Praktikanten sowie
dem Unternehmen als Rahmen für die gegenseitige Beziehung. Es ermöglicht
eine objektive Diskussion darüber, was bei der Renuo AG gelehrt und gelernt
werden kann. Indem sich die Praktikantinnen und Praktikanten die
vorgesehenen Lerninhalte in ihrem Tempo grösstenteils selbst aneignen
(Holschuld), soll ihnen schlussendlich eine angemessene Ausbildung zuteil
werden.
Aufbau des Praktikumskonzepts
Unsere Kategorien definieren die Lerninhalte, die während des Praktikums vermittelt werden sollen. Ein grober Lernplan gibt vor, wann welche Themen behandelt werden. Dieser Plan enthält auch Aktivitäten, die dazu beitragen, die gesetzten Ziele zu erreichen. Abhängig vom Vorwissen können bestimmte Ziele direkt abgehakt und Aktivitäten übersprungen werden. In anderen Fällen müssen Wissenslücken selbstständig geschlossen werden. Daher sind die Aktivitäten nicht direkt an die Ziele gebunden; es liegt in der Eigenverantwortung der Praktikantinnen und Praktikanten, den Zeitpunkt des Zielerreichens festzulegen. Manche Ziele, wie beispielsweise "Firmenspezifische Strukturen, Aktivitäten und Prozesse", sind nicht an eine konkrete Aufgabe geknüpft. Diese werden vielmehr durch die Zusammenarbeit gefördert. Die Kategorien sollten regelmässig hinsichtlich ihres Erreichungsgrades überprüft werden. In der ersten Woche ist der Lernplan in Tage unterteilt, ergänzt durch Wochenziele. Danach folgen 8 Wochenblöcke, gefolgt von Monatsblöcken.
Betreuungskonzept
Um den Praktikantinnen und Praktikanten während der gesamten Dauer des Praktikums eine ganzheitliche Betreuung zu gewährleisten, werden im folgenden Kapitel Hilfsmittel und Leitlinien vorgestellt.
Götti System
Von Beginn an werden den Praktikantinnen und Praktikanten einem Götti zugeordnet. Er ist direkt für einen Praktikanten zuständig und deckt folgende Aufgaben ab:
- Erste Ansprechperson bei allgemeinen Themen und Schwierigkeiten
- Bekanntmachung mit den formellen und informellen Regeln der Renuo AG
- Wochengespräch führen
- Coaching
- Für Events motivieren
- Mittagessen (vor allem zu Beginn des Praktikums)
Es ist nicht die Aufgabe des Götti, dem Praktikanten alles zu erklären und zu zeigen. Seine Rolle ist die eines Vermittlers, der auf andere Mitarbeiter oder Hilfsmittel verweist. Das Ziel ist, dass der Praktikant nach und nach selbständiger wird und direkt auf die einzelnen Personen zugehen kann. Der Praktikant sollte auf diese Art und Weise möglichst bald mit jedem Mitarbeiter einmal zusammengearbeitet haben.
Gespräche
Damit wir gezielt auf die Bedürfnisse der Praktikantinnen und Praktikanten
eingehen können, möchten wir einen guten Austausch pflegen. Dazu werden
folgende Gespräche regelmässig durchgeführt.
Wichtig sind dabei folgende Punkte:
- Rückblick: Was wurde gemacht?
- Wo sind Schwierigkeiten aufgetreten?
- Ausblick: Was ist für den nächsten Tag geplant (Ziel)?
Einzelgespräche (Göttimeeting)
Die Einzelgespräche finden in den ersten acht Wochen wöchentlich statt und
dienen dem persönlichen Austausch sowie zur Überprüfung der Lernziele. Nach
diesen acht Wochen sollen die Einzelgespräche nur noch jede zweite Woche und
nach vier Monaten nur noch monatlich oder auf Wunsch der Praktikantinnen und
Praktikanten stattfinden. Die Praktikantinnen und Praktikanten sollen sich
unter der Woche Notizen machen, damit sie für das Gespräch vorbereitet sind.
Des Weiteren führen sie ein Lernjournal, wo sie laufend das Gelernte
festhalten und reflektieren.
Das Gespräch dauert ca. 30-45' und wird durch den Praktikanten vorbereitet.
Als Hilfestellung dient diese Protokoll-Vorlage,
die einen gewissen Rahmen vorgibt, um sich zu reflektieren.
Ablauf
Vertraulich
- Das Protokoll ist für den Praktikanten, den Götti und die Geschäftsleitung einsehbar. Gibt es Punkte, die nicht ins Protokoll aufgenommen werden sollen?
Review & Retro
- Feelings: Wie geht es dem Praktikanten beziehungsweise der Praktikantin? Fühlt er/sie sich in der Firma willkommen und wertgeschätzt?
- Achievements: Was wurde während der Woche geplant? Was erreicht?
- Learnings: Was hat er/sie gelernt? Was war neu?
- Difficulties: Wo gab es Probleme? Wie konnten diese gelöst werden? Welche Problemlösestrategien wurde im Verlaufe der Woche hinzugewonnen?
- What went well: Was ist in dieser Woche gut gelaufen? Wieso ist es gut gelaufen?
- Feedback: Was kann der Praktikant beziehungsweise die Praktikantin verbessern?
Planning
- Zielvereinbarung: Welche individuellen und Lernziele aus dem Praktikumskonzept werden bis zum nächsten Mal erreicht?
- Tasks/Todo's:: Welche weiteren Tasks und Aufgaben erfolgen aus dem Meeting?
- Steht Aussergewöhnliches an?
Q&A
- Falls im Review/Retro Fragen aufgetaucht sind, können diese am Ende des Meetings noch angeschaut werden. Es soll vorgängig ein Zeitlimit festgelegt werden, das man sich für die Fragen nehmen will.
Eigenes Kundenprojekt (Praktikantenprojekt)
Praktikantinnen und Praktikanten setzen eigenständig ein Projekt mit einem Kunden um. Das Projekt wird zur Verfügung gestellt und erfüllt folgende Rahmenbedingungen:
Anforderungen an das Projekt:
- Das Projekt ist kostenpflichtig (der Kunde zahlt, wie viel es ihm Wert ist - als Richtwert kann ein Praktikums-Monatslohn genommen werden).
- Das Projekt dauert 160 h (oder nach Sinnhaftigkeit des Scopes gemäss Vereinbarung mit Götti).
- Kosten nach Projektabschluss:
- CHF 100/h im ersten Jahr, nachher CHF 200/h
- nach Bedarf Hosting und Monitoring
- Kundenmeetings bei uns (ausnahmsweise auch Remote) und zu einer bestimmten Zeit jede Woche - bevorzugt Freitag
Pflichten des Praktikanten
- Jegliche Kommunikation mit dem Kunden (ausser initiale Akquise)
- Projektplanung
- Organisation der Kunden-Meetings (Termine, Traktanden und Nachbearbeitung)
- Fordert gezielt zu ausgewählten Teilen (nicht allem) ein Feedback des Göttis (Code-Review, Traktanden etc)
- Monitoring des Projektes auf Umfang, Zeitplan und Kosten
- wg-finance die Verrechenbarkeit mitteilen
- Interner Projekt-Steckbrief erstellen
Pflichten des Kunden
- Persönliche Anwesenheit an mindestens drei Meetings (Kick-Off, Mid-State, Demo)
Pflichten des Göttis
- Feedback zu Traktanden des ersten Kunden-Meetings
- Anwesenheit beim ersten Kundenmeeting
- Review auf Anfrage
- Debriefing und Feedback über das ganze Projekt um die Learnings zu besprechen